
Mein Anliegen bei allen Arbeiten ist es, Ästhetik und Spannung mit dem Thema Gefäß zu verbinden. Diese Maxime gilt sowohl für die keramischen Einzelstücke als auch für die Gebrauchsgefäße.
Die Stücke werden gedreht oder gebaut, anschließend in lederhartem Zustand mit messerähnlichen Schneidewerkzeugen und Drähten beschnitten. Danach stehen zwei unterschiedliche Brenntechniken zur Wahl (Salzkapselbrand-/Glasurtechnik).
Die für den Salzkapselbrand vorgesehenen Stücke werden mit Ocker und Porzellan engobiert,mit Salz getränktem Stroh eingebunden und anschließend in einer Brennkapsel mit Holz, Kohle, Salzen und anderen Brennmaterialien bei ca. 1250°C gebrannt und erhalten so einen stark feuergezeichneten Charakter.
Die in der Glasurtechnik gebrannten Stücke werden mit einer Shinoglasur überzogen, die in mehreren Schichten aufgespritzt wird. Die so entstandenen unterschiedlichen Auftragstärken ergeben verschiedene Farbwirkungen, dicke Schichten werden weiß, dünne Flächen erscheinen orangebraun. Zur Akzentuierung der Flächen und Kanten werden die Stücke mit feingeschlämmter Holzasche und einer Ochsenblutglasur dekoriert. Im Anschluss daran werden die Arbeiten bei 1280°C im Gasofen stark reduzierend gebrannt.
Schon seit Beginn meiner keramischen Arbeit faszinierte mich die Keramik Asiens, vor allem aber die Japans und Koreas. Die sehr unkonventionelle Bearbeitung der Oberfläche, der Holzbrand und die Welt der asiatischen Glasuren hatte mich in ihren Bann gezogen. Nun war es aber nicht meine Absicht, die Vorbilder zu kopieren, sondern einen eigenen Weg zusammen mit den asiatischen Einflüssen zu finden und somit eine Brücke zwischen den keramischen Welten zu schlagen.
Der Kapselbrand, der auch in der deutschen Salzbrandtechnik Anwendung fand, war Ersatz für den Holzbrand und die in mehreren Schichten aufgespritzte Shinoglasur ergab eine völlig andere Oberflächenwirkung als das Shino der alten Teezeremonieteeschalen.
So sehe ich meine Arbeiten im Dialog mit Asien und meiner eigenen keramischen Heimat.
Markus Klausmann
