
Ich begreife meine Arbeiten als lineare Definitionen des Raums – als strukturierte Zeichnungen im Raum. Wie Zeichnungen besitzen sie die Intention, eine künstlerische Aussage zu machen. Meine Gefäßskulpturen bilden die aufs nötigste reduzierte Umschließung eines leeren Raumes – ein räumliches Behältnis. Ihr Zweck ist nicht der ihrer Benutzung im üblichen Sinne. Sie provozieren den Betrachter durch ihre Unvollständigkeit und Offenheit zur Korrespondenz. Sie irritieren und verunsichern ihn, fordern auf, zu ergründen und mit Augen, Sinnen und Händen zu be-„greifen“, um zu verstehen. Sie fordern auf, tradierte Konventionen zu sprengen und zu erweitern.
Die Arbeiten entwickeln sich aus einem „Faden“, der das Material Metall auf eine seiner kleinsten Einheiten „die Linie“ reduziert. Die Linie tritt scheinbar aus dem Boden hervor, sie überschneidet, überlagert sich, verdichtet und verjüngt sich, löst sich scheinbar ins Nichts auf, um dann erneut einen neuen Verknüpfungspunkt einzugehen. Die Linien wachsen zu Strukturen, Zeichnungen, Skulpturen, Gefäßen, Installationen im Raum an. Dort gehen sie neue Beziehungen im und zum Raum, sowie zum Betrachter ein.
Henriette Tomasi, August 2010
